
AKTUELLE BEITRÄGE zum VW Bus T3, findest Du nun nur noch auf Nordfalia.de
Da die Inhalte zu und über die T3 Busse nicht mehr viel mit needsnowater zu tun haben, ist nordfalia.de entstanden.
Wenn man nicht stolzer Besitzer eines voll ausgestatteten Campers, z.b. VW Bus T3, von Westfalia, California, Reimo, und wie sie alle heißen... , sondern Besitzer eines ultimativen Transporters ist, welcher aber auch die optinale Möglichkeit bieten soll, mal auf einem Campingplatz in den Genuss einer Spüle zu kommen, welche nicht erst nach einem langen Fußmarsch erreicht ist, der muss sich da etwas selber bauen! Es muss halt nicht immer der fertige Campingbus sein ; )
Aber so einfach ist das leider nicht. Man muss natürlich vor dem Materialeinkauf wissen, wie der Küchenblock, bzw. der kleine Küchenschrank aussehen soll, und wie man selber "Küche" definiert.
Dann ist auch die Frage zu klären, WOHIN damit?
Gegenüber der Schiebetür an die Wand? Vielleicht sogar unter ein Fenster, damit man auch bei geschlossener Schiebetür, im Regen, sein Süppchen kochen kann?
Oder direkt hinter den Beifahrersitz, damit man auch von Außen sehr schnell rankommt?
Hier ist aber zu berücksichtigen, dass man dann den Küchenblock "in der Tür" stehen hat. Und......
.... was wohl der ein oder andere auch machen möchte.... sich zu zweit, bei geöffneter Schiebetür auf den "Bulli-Fußboden" zu setzen und die Beine baumeln zu lassen, fällt auch weg (Dank an Jan, für den Hinweis!).
Da ich in meinem Bus nicht kochen möchte, bzw. keinen Küchenblock mit Kochfeld haben wollte, UND ich einen LKW habe, bei welchen ich mit wenigen Handgriffen die volle Nutzung meiner Ladefläche gewährleisten möchte(muss), habe ich mich dazu entschieden, den Küchenblock, hinter dem Beifahrersitz, an der Trennwand zu platzieren.
Des Weiteren besteht hier der Vorteil, dass bei einer Gefahrenbremsung, der Küchenschrank, definitiv, da bleibt, wo er ist!
Nachdem ich mir sicher war, wo sich der Küchenblock befinden soll, ging es an die Frage der Größe.
Welche Ausmaße soll der Küchenblock überhaupt haben?
Durch die Breite der Trennwandseite bis zum Durchgang, ist die maximale Breite des Blockes schon vorgegeben.
Nun muss man noch berücksichtigen, dass man an den Schiebetürgriff rankommen möchte, auch wenn der Küchenblock "eingebaut" ist.
Also die volle Breite ausnutzen, bis zur Schiebetür hin, ist nicht ratsam!
Um ein bestmögliche Platznutzung zu erreichen entschied ich mich zu einer nach vorne hin schmaler werdenden "Küchenarbeitsplatte".
Im hinteren Bereich, kann die Platte ruhig ein wenig breiter sein. Im vorderen Bereich darf, wegen der Schiebetür, die Platte nicht so breit sein.
Der unter der Arbeitsplatte liegende Kasten ist trotzdem rechteckig und symmetrisch. Der Bau eines asymmetrsichen Kastens wäre sehr aufwändig gewesen und hätte nicht sehr viel Sinn gehabt, da der nutzbare Bereich im Küchenblock nicht wirklich größer gewesen wäre.
Da aus finanziellen UND räumlichen Gründen, eine recht kleine Spüle in den Küchenblock eingebaut wird, entschied ich mich für einen relativ hohen Küchenblock. Denn:
Umso kleiner die Spüle, desto mehr Wasser verteilst Du um dich herum, wenn Du dich wäscht, dir die Zähne putzt o.ä.!
Da ich aber meinen Bus, nicht unter Wasser setzen möchte, habe ich mir gedacht, dass es vielleicht clever ist, wenn die Spüle nicht so tief sitzt, damit man sich nicht so sehr bücken muss, um relativ dicht über der Spüle zu sein.
Ein weiterer Grund ist natürlich das Plus an Platz, welches ich bei einem hohen Küchenblock habe. Neben Frisch und Abwasserkanister sollten ja am Besten auch noch Kulturbeutel, Zahnputzbecher und Geschirrspül-Utensilien, ihren Platz im Küchenschrank finden.
Ich glaube kaum, dass man da jemals zu viel Platz haben könnte ;)
Wenn man sich nun sicher ist, wo der Küchenschrank hin soll, welchen Zweck er erfüllen soll und wie groß der Schrank sein soll, so kommt als nächstes die Frage:
Aus welchem Material soll ich den Schrank bauen?
Schnell wird man Beton und Glas aus der Kandidatenliste gestrichen haben und wahrscheinlich landet man bei Holz!
Holz ist relativ leicht zu verarbeiten und Holz kann eine angenehme Atmosphäre schaffen.
Holz kann aber 5€/m² kosten oder aber auch 40€/m². Das kann dann schon schnell eine teure Sache werden. Außerdem sollte man darauf achten, dass dünnes Holz, nicht stabil genug sein kann, und zu dickes Holz in der Summe aller Ausbauten, vielleicht, viel zu schwer ist!
Der von mir vorgestellte Küchenblock wurde aus OSB-Platten hergestellt. Der Küchenblock kann als Ladung betrachtet werden, da er nicht fest eingebaut, und wie normale Ladung auch, gesichert wird. Des Weiteren befindet sich der Küchenblock hinter einer Metall-Trennwand und NICHT in der Nähe von Passagieren! Selbst wenn es vielleicht legal wäre, einen OSB-Möbelstück in "Fahrgastnähe" als Ladung zu transportieren, so möchte ich hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass im Falle eines Unfalles, zersplitterte OSB-Stücke mit Sicherheit nicht ungefährlich sind. "Splitterverhalten" ist hier das Stichwort!
Wenn man nun gemessen und gezeichnet hat, kann man sich ans Zurechtsägen und zusammenbauen machen.
Da mein Küchenschrank noch nicht ganz fertig ist, hier erstmal einige Impressionen vom Baubeginn:
Baumaterial, wie schon geschrieben, OSB-Platten, wasserfest verleimt. Ziemlich rohes Holz, sehr raue Oberfläche!:

Der Küchenblock Boden:

Küchenblockboden mit erster Seitenwand:

Erste Anprobe. Daneben der Block vom Vorgänger:

Guckuck:

Rohe Arbeitsplatte aber schon mit Spülenausschnitt, abgerundeten Ecken und Wasserhahnbohrung:

Foto der beiden Arbeitsplatten, übereinandergelegt.
Somit ist die Arbeitsplatte dicker, es sieht besser aus, und man kann schön "Becherlöcher" machen:

Die beiden Platten müssen verleimt werden.

Nur zusammenschrauben funktioniert nicht. Es werden zusätztlich, Schraubzwingen benötigt:

Die Scharniere, vor der Montage, lieber vorbohren, damit das Holz nicht reißt:

Erst in die Langlöcher schrauben, so kann man später noch justieren!:

Es wird ein Ausschnitt benötigt, damit der Überlauf des Spülbeckens angeschlossen werden kann:
(der hohe, lange Kanister kommt auch wieder weg. Der nimmt aufgrund der Höhe zu viel Platz weg und ist absolut ungeeignet um ihn zu befüllen.
Selbst in der Badewanne ist das nicht einfach!)

Generalprobe:

Fein, fein!:

Mit geölter Arbeitsplatte wirkt es gleich viel edeler!:

Man sieht, die Arbeitsplatte hätte gut 2cm länger sein können...:

needswater....:

Die Becher durften Probestehen machen:

Zwischenfazit:
- OSB-Platten sind sehr günstig, die Oberfläche sehr rustikal. Nichts zum streicheln!
- Edelstahlschrauben (V2A) reißen gerne ab!
- Ich musste mit noch einen "PZ-2-Schraubendreher" kaufen (Pozidriv(e?), "Doppelkreuz"), und Schraubzwingen
- Die Bohrungen für die Becherlöcher macht man am Besten mit einem "Lochbohraufsatz" wie man ihn für Unterputzsteckdosen verwendet
- man sollte einige "Löcher vorbohren" bevor man die Schrauben ins Holz dreht. Erspart einem abgerissene Schrauben (s.o.) und gerissenes Holz
- alte Kanister sind auch nur bedingt als Abwasserkanister zu gebrauchen! Sind diese erstmal "hart und spröde", so entstehen schnell(er) Risse und eh man sich versieht, ist der Bulli-Fußboden nass!!
Also: "Generalprobe" des Küchenschrankes, auf der Terrasse, vor der Haustür o.ä. durchführen. Alle Tanks einmal füllen, alles benutzen, alles ausprobieren und natürlich auch mögliche Schräglagen des späteren Transportfahrzeuges simulieren. Im Klartext: SCHRÄGLAGETEST!
(wenn sich Wasser erstmal unter den Bodenbelag begeben hat, so gibt es nur eine Möglichkeit, dieses wieder rauszubekommen. ALLES MUSS RAUS! Laminat, Teppich, Einrichtung u.s.w..)
Und was kostet der Spaß???
Hier mal eine ziemlich genaue Aufstellung der Kosten. Sofern man nichts irgendwie schon liegen hat, oder geschenkt bekommt, wird es in meinen Augen schwierig sein, es (viel) günstiger hinzubekommen. Wieso ich das so betone hat folgenden Hintergrund:
Wenn ich so eine Kostenaufstellung lese, denke ich sehr oft: "Das geht doch auch günstiger!"
Aufgrund meiner finanziellen, studentischen Lage, musste ich jedoch schon ziemlich genau gucken was ich ausgebe.
Also:
| OSB Holz, 15mm | 15,00€ |
| Holzrahmen | 3,95€ |
| Schrauben, (Edelstahl) | 2,70€ |
| Kunstharzlack (glänzend) |
7,00€ |
| Holzleim (Bindulin) |
4,00€ |
|
Holz-Öl |
4,50€ |
| Arbeitsplattenholz (Buche, Leimholz) |
11,95€ |
|
Wasserhahn |
16,00€ |
| Spülbecken (Edelstahl, neu) |
23,50€(12V 12Ah, gebraucht) |
| Frischwasserkanister (10L neu aus Holland) |
10,00€ |
|
Deckel |
3,50€ |
| Frischwasserschlauch (1m, blau) |
2,00 |
| Tauchpumpe (10l/min von Reich) |
13,50 |
|
Abwasserkanister |
3,00€ |
| Abwasserschlauch (1m, 1,5" aus dem Gartencenter) |
4,90€ |
| Kleine Gel-Batterie (12V 12Ah, gebraucht) |
15,00€ |
| Kabel & Stecker | 2,00€ |
| 2 Scharniere | 6,00€ |
| Türgriff | 3,00€ |
| SUMME: | 151,50€ |
Fortsetzung inkl. Zeichnungen und Detailaufnahmen der Wasserversorgung folgen. Dauert aber noch ein bischen, da der Küchenblock noch nicht fertig ist.
Wie immer gilt: Ich bin kein Profi, weder im KFZ-Bereich noch im Holz-Bereich! Ich bin kein Tischler o.ä.. Der Bau dieses Küchenblockes entstand nach Messungen am eigenen Fahrzeug und berücksichtigt meine Körpergröße. Für Kinder ist der Küchenschrank ohne Hocker, definitiv ungeeignet. Ich übernehme keine Haftung bei Schäden die durch den Nachbau dieses Küchenblockes entstehen.